Mein Garten: Halbinsel-Garten in Alleinlage im Bayerischen Wald

 

"Jahrelang habe ich Bäume gefällt, Wurzeln ausgegraben, Steine geschleppt, gepflastert, gemauert und gebaut. Geschaufelt, gegraben und wieder gegraben. Durch diese schwere, harte Arbeit bin ich tief mit diesem Stück Land verbunden. Ich liebe meinen Garten, die Zeit die ich hier verbringen darf ist eine glückliche.  Natürlich ist das alles nicht ausschließlich mein Verdienst, ich habe nur den Rahmen geschaffen. Wie es sich letztendlich gestaltet ist ein Werk der Natur, der ich stets mit Demut begegne".

 

Im Jahre 1995 bezogen  wir den Altersruhesitz meiner  Großeltern von 1952, nahe der Stadt Regen. Das 2000qm große Herzstück der 4000qm großen Gartenanlage liegt auf einer idyllischen Halbinsel, umgeben von einem Mühlenbach und der Rinchnacher Ohe,  inmitten von Wiesen, Feldern und Wäldern. Für die Gestaltung des Gartens ist mir die Vielfalt und Ursprünglichkeit der umgebenden Landschaft immer ein Vorbild. Mein Garten sollte sich behutsam in die ungestüme Natur des Bayerischen Waldes einfügen und ausreichend Lebensraum für Insekten, Vögel und Reptilien bieten.

Ohne gärtnerische Vorkenntnisse begann ich im Herbst 1995 den Bereich um das Haus zu bepflanzen. Leider überlebten  nur die wenigsten Pflanzen den ersten Winter. Das Gärtnern im rauen Bayerwald-Klima ist eine besondere Herausforderung. Lange Winter und eine kurze Vegetationsperiode lassen die Pflanzentriebe oft nicht genug ausreifen, so dass diese im Winter frostanfälliger sind. Hinzu kommt noch die extreme Lage des Grundstücks. Der Garten liegt in einer Flusssenke in nördlicher Talrandlage. Hier bilden sich häufig Kaltluftseen, welche die Temperaturen im Winter bis weit unter -20°C fallen lassen. Spätfröste bis in den Mai sind keine Seltenheit.  Viele der Pflanzen die als winterhart oder frosthart angeboten werden, versagen hier vollständig oder kommen nie zur Blüte.

Um das mit wildem Wein und Rosen  berankte Haus entstand ein zunächst gepflegter Gartenbereich, der sich mit zunehmendem Abstand vom Haus zu einer naturnahen Gartenanlage wandelt. So entstand ein harmonischer Übergang zur umgebenden Natur.

Alte Baumriesen sorgen für ausreichend Schatten, so konnten dort großzügige Bereiche angelegt werden. Diese beherbergen zahlreiche Blattschmuckstauden, Gräse, Farne und eine Funkien-Sammlung. Nicht nur die Grünnuancen auch die Blattformen und die Anordnung der Pflanzen bringen Spannung in diesen Gartenbereich. Mit Farben glänzen diese Pflanzen nicht. Es ist mehr der Kontrast zwischen den großen Blättern der Hostas, dazwischen die zarten Farnwedel und die filigranen Gräser. Die Schattenbereiche sorgen an heißen Tagen für angenehme Temperaturen und bringen eine stimmungsvolle Abwechselung in die Gestaltung. Die Lichtstrahlen der Abendsonne verzaubern die Schattenräume in eine mystische Märchenwelt.

Im sonnigen Gartenteil dominieren neben Historische Rosen und Wildrosen Hybriden farblich aufeinander abgestimmte Stauden in der Art von "Mixed Border", die zum Teil von Natursteinmauern, Buxhecken, oder purpurlaubigen Miniberberitzen sowie Heuchera eingerahmt werden. Gartenräume werden durch Tore und Bögen begrenzt an denen Ramblerrosen, Clematis und Geißblatt empor ranken.

Der Boden im Bayerischen Wald  ist "steinreich". Da lag es nahe, Feldsteine als Gestaltungsmittel und Baumaterial einzusetzen. Für die Verwendung in Mauern, Trockenmauern, Brunnenverkleidungen und Hochbeeten oder als Teichbegrenzung eignen sich Feldsteine ausgezeichnet und verleihen der ganzen Anlage einen natürlichen Charme.

Behutsam fügt sich der naturnahe Garten in die schöne wilde Mittelgebirgslandschaft ein.  Eine wilde Blumenwiese bildet einen sanften Übergang  vom gepflegten Hausgarten zur umgebenden Landschaft.

Das Element Wasser vermag in jedem Garten eine magische Wirkung zu erzeugen. Die quellfrische Rinchnacher Ohe zur Linken und ein Mühlenbach zur Rechten vereinigen sich am Grundstücksende und bilden so eine natürliche Begrenzung des Halbinsel Gartens. Diese Lage gibt dem Garten zweifellos einen einzigartigen Rahmen. Nachteilig ist, wenn die Bäche über ihre Ufer treten und den Garten kurzfristig überfluten.

Im Jahre 2006 erwarben wir ein  angrenzendes landwirtschaftliches Grundstück. Dieser sonnige Gartenteil dient als Nutzgarten. Ein selbst gebautes Gewächshaus aus groben Fichtenholz steht auf einem Steinsockel aus Bayerwaldgranit. Die Frontseite des Gewächshauses ziert ein Senkgarten, der von Purpurbeeten eingefasst wird.  Hinter dem Gewächshaus befinden Hochbeete, ein Tomatenhaus und eine Streuobstwiese.